Nein, es gibt keinen unbekannten Bud Spencer Film, der auf Korsika gedreht wurde. Im Folgenden lest ihr, warum Franzosen ein tolerantes Volk sind, unsere Teilnehmer heute mit Plattfüßen aufgewacht sind und „einfach nur chillen“ wollen. Das und vielmehr im heutigen Tagebucheintrag.

Wir müssen uns entschuldigen: Weil wir am gestrigen Freitag erst um 02:00 Uhr nachts ins Lager von einem Ausflug zurückgekehrt sind – eigentlich war es also bereits Samstagfrüh – steht euch der Tagesbericht erst jetzt zur Verfügung. Machen wir aber gleich wieder gut, indem wir euch später (gegen Nachmittag/Abend) ein paar Bilder ans Ende dieses Tagesberichts stellen. Abgemacht? Gut, weiter im Bericht…

Der Freitagmorgen begann mit einem breiten Workshop-Wahlangebot: einem Französischkurs, Freundschaftsbändchen knüpfen, einem Unterwasserfoto-Shooting am Strand und dem Lagerradio (an dessen erster Sendung übrigens gerade tüchtig gearbeitet wird). Nach dem Mittagssnack zog es eine kleine Gruppe unserer Freizeitler ans Meer, während ein großer Teil der Gruppe derzeit Plaudereien, Kartenspiele und Pokern im Schatten bevorzugt. Sehr vernünftig! Während einige Leiter danach intensiv über der Organisation eines unserer Ferienfreizeit-Highlights brütete (am Montag wird es sportlich und nass, mehr verraten wir noch nicht), machte sich der Rest der Gruppe ans Rucksack packen, denn Ajaccio, Korsikas Hauptstadt sollte am späten Nachmittag nach dem Abendessen (Tortellini an Schinken-Sahne-Soße) unser Ziel sein.

Um 17:30 fuhr uns unser deutscher Busfahrer Thomas in die Geburtsstadt Napoleon Bonapartes, die sich hell und freundlich, trotz einiger Hochhäuser, präsentiert. Großzügige Plätze, die teils zweifach benannt sind (französisch und korsisch), elegante Shoppingboutiquen, die Zitadelle am Hafen, ein bunter Markt und die fotogene Altstadt laden zum Flanieren ein. Unweit des Place Marechal Foch stiegen unsere Freizeitler aus dem Bus und konnten in einer ersten Etappe in Kleingruppen die Stadt erkunden, ehe um 21:00 Uhr ein kurzes Gruppentreffen stattfinden sollte, da wir Leiter schauen wollten, ob sich alle zurechtfinden und es keine Probleme gibt. Es gab keine, alle brannten bereits um 21:02 Uhr darauf, wieder losziehen zu dürfen.

Interessanterweise findet man hier keine amerikanischen Fastfoodketten, sondern viele kleine mobile Straßenverkäufer, die Paninis oder Baguettes anbieten.
Die Leiter Jonas und Lukas testen im Folgenden die Toleranz der frankophonen Bevölkerung (einer korsischen Verkäuferin ihren Alters) mit einer Bestellung am Panini-Stand im Hafen: „Äh, ich un GRANDE FRITTES“ (bitte deutsch aussprechen) – „ oui,äh, ich auch“. Die Verkäuferin und die umstehenden Franzosen haben sich sichtlich amüsiert, aber sehr tolerabel gezeigt. Wir möchten nicht verschweigen, dass beide besser am Französisch-Workshop teilgenommen hätten, wegen anderer Pflichten „aber keine Zeit hatten“. :-D

Um 23:00 Uhr bestellten wir alle dann wieder zum nächsten Treffen unweit des Foch-Platzes ein. Da aus logistischen Gründen der Rücktransport erst um 01:00 Uhr nachts möglich war und die Shoppinglaune („ich hab Plattfüße“) mittlerweile sichtbar abgenommen hatte, stand nun Kultur auf dem Programm. So zogen wir in die Altstadt, die hinter der Zitadelle zwischen Place de Gaulle und Place Foch beginnt. Enge Gassen mit Flatterwäsche, Straßenmusikern, super schmalem Treppenaufgängen in den ersten Stock, abgeblätterte pittoreske Fassaden. Mitten drin das Haus Bonaparte, zudem wir unsere Freizeitler führten und an dessen Tür einige ihre Hand legten, um in Zukunft aber hoffentlich keine „kleinen Diktatoren“ werden zu wollen. Nach der Außenbesichtigung der Zitadelle (seit 500 Jahren militärisches Sperrgebiet und Herrschaftssymbol Frankreichs) besuchten wir Napoleon auf der Siegespyramide hoch über der Stadt. Eine 50 minütige Wanderung, die dazu diente, das kulturelle Verständnis unserer Teilnehmer zu weiten und – ganz praktisch – selbige ein wenig müde zu machen. An dem monumentalen Denkmal am Ende der Avenue Gen. Leclerc, an dem interessanter Weise nur die Siege Napoleons verzeichnet sind (ein Leipzig und Waterloo sucht man vergebens) genießt man einen guten Ausblick auf Bucht und Stadt.

Nach der Rückankunft im Lager um 02:15 waren alle vorbildlich leise und todmüde und innerhalb von 10 Minuten in den Zelten verschwunden. Aufgrund der späten Rückkehr begann unsere heutige Morgenrunde erst eine Stunde später (um 09:15 Uhr.). Unsere Leiterrunde ist seit gestern übrigens vollständig – Lisa ist gestern gut in Ajaccio gelandet und wurde von uns noch in der Nacht willkommen geheissen.

Pe sta volta a vedeci aus Korsika!
(das war korsisch)