Ja, „gemunkelt“ wurde viel im Sommer 2006, z.B. dass „es nachts kälter ist als draußen“ oder das Leiter H. nur deswegen nachkommen musste, weil „seine Mutter vergessen hat, ihm seine Unterhosen zu bügeln“. Doch halt, wir wollen unsere Geschichte von Anfang an beginnen.

Nach dem Pfingstzeltlager 2005 entstand die Idee, die gute Tradition der Sommerlager und Ferienfreizeiten, welche aber seit 15 Jahren nicht mehr stattfanden, in unserer Gemeinde wieder aufzunehmen. Hatte die Leiterrunde in ihrer damaligen Zusammensetzung schon zahlreiche drei- bis viertägige Fahrten (Pfingstzeltager, Fahrt in den „Hexenwald“ nach Montabaur…) ausgerichtet, war die Durchführung einer zweiwöchigen Sommerfreizeit damals noch Neuland. So bildete sich aus der Gesamtleiterrunde, bei uns Jugendausschuss genannt, ein Vorbereitungsteam heraus, mit dem Ziel in Frage kommende Urlaubsziele auszukundschaften, die Finanzierung sicher zu stellen, Teilnehmer zu werben, eben all das, was es im Zuge der Vorbereitung zu erledigen gibt.

Doch wohin sollte es gehen? Tirol, italienische Adria, Holland, Schweden? Den Ausschlag gab die Erinnerung, dass sich einige der Leiter mit unserem ehemaligen und leider viel zu früh verstorbenen Pastor Paul Klüppel zu einem Filmabend getroffen hatten, bei dem dieser alte Super-8- Filme gezeigt hatte, unter anderem von diversen Ferienfreizeiten nach Dänemark. Wir sahen einen blonden Jungen, der mutig von einer Düne sprang, im Hintergrund die Sonne und die See. Ferienfreizeiten in Dänemark hatten früher also bereits stattgefunden, warum diese Tradition nicht aufnehmen? Gesagt getan. Erwähnte Szene inspirierte uns im Übrigen zu dem obigen Ferienfreizeit- Logo. So strichen 2005 Sommer, Herbst und Winter an uns vorbei, erste Sponsoren waren bereits gefunden worden, auch unsere Unterkunft in Dokkedal in Nordjütland (nähe Aalborg) war bereits fest gebucht. Beim Luciafest verkaufte das Vorbereitungsteam Glühwein und Leckereien, beim Pfarrfest waren wir mit einem eigenen Stand vertreten und verkauften gespendeten Trödel. Im Februar 2006 absolvierten alle Leiter einen zweitägigen Erstehilfekurs, die Teilnehmerwerbung ging in die „heiße Phase“, im April fuhren wir auf Vorbereitungsfahrt nach Monschau, schließlich sollte das Programm festgezurrt und rechtliche Aspekte durchgesprochen werden. Wir beschlossen die Einrichtung einer Lagerbank, auf die das Taschengeld eingezahlt werden konnte, zudem entstand dort die Idee, Eltern und Verwandte unserer Teilnehmer während der Freizeit durch ein Online- Tagebuch an der Fahrt teilhaben zu lassen.

Und dann ging es los. Ein Monat vor Abreise erfolgte das Vortreffen und schließlich trafen sich alle Teilnehmer, ihre Eltern und das Leiterteam inklusive Koch um sechs Uhr morgens an der Pfarrkirche. Neben bekannten Gesichtern fuhren erfreulich viele mit, die wir zuvor im Rahmen unserer „normalen“ pfarrgemeindlichen Jugendarbeit noch nicht erreicht hatten. Es folgten 2 Wochen Sommerfreizeit. Erinnert ihr euch noch an unseren Tagesausflug nach Aalborg, wo Leiter HendrikBushaltestelle (konnte leider kein Dänisch) gestikulierend auf der Hinfahrt im Linienbus dem Busfahrer die Anzahl der zu kaufenden Tickets erklärte, wir Aalborg schließlich Zurück ins Lager ging es mit dem Boot.doch noch erreichten und als Überraschung mit einem eigens gecharterten Schiff fast 3h über den Limfjord zurück fuhren? Oder an die Übernachtung mit Schlafsäcken am Strand? An das Piratenspiel? Den Karaokeabend? Das exzellente Essen von Küchenchef Hans? Den Lagerabend mit den „Dokkedaler Kloknaben“? Oder einfach das Sonnen am Strand?

Hier und jetzt jeden Programmpunkt aufzuzählen dürfte den Rahmen dieses Rückblickes sprengen. Wer dennoch in Erinnerungen schwelgen möchte oder wer sich vielleicht einem Einblick in mögliche Programmpunkte einer Ferienfreizeit verschaffen möchte, dem sei unser Videorückblick empfohlen (Dauer: 35 Minuten, Größe: 91,7 MB), welcher hier heruntergeladen werden kann. Wer sich (zusätzlich) lieber Fotos anschauen möchte, für den hält unsere Fotogalerie hier zahlreiche Fotos unserer Sommerfreizeit bereit.

Zurück zum Anfang: ja, gemunkelt wurde viel im Sommer 2006. Wer sich unter „Munkeln“ oder „Munkeleien“ nicht viel vorstellen kann, der sei hier aufgeklärt. Die Leiter hatten vor Ort ein Buch ausgelegt, in das tagesaktuell die neusten Gerüchte, Erlebnisse und Geschichten eingetragen werden konnten. Die schönsten, kuriosesten, lustigsten wollen wir euch nicht länger vorenthalten:

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„Man munkelt, dass es einen Halbgott im Haus gibt, der jedes (JEDES) Halli Galli- Spiel gewinnt. Hahaha (böses Lachen).“

„Man munkelt, dass die G. beim Phase 10 spielen immer schummelt.“ „Man munkelt, dass manche Leute aus dem Fenster springen.“

“Man munkelt, dass wir eine coole Fahne malen.“

„Man munkelt, dass Leiterin A. gerne Vogelfutter ist“.

„Man munkelt, dass das Munkelbuch von Außerirdischen entführt worden ist, die mit Hilfe des Buches die Weltherrschaft an sich reißen wollten.“

„Man munkelt, dass in den Mjullbergen [Dünen am Strand] die Teletubbies wohnen.“

„Man munkelt, dass am Steg merkwürdige Lieder verfasst werden“.

„Man munkelt, dass S. an den Strand gehört. Einige sind sogar der Ansicht, dass S. der Strand IST.

„Man munkelt, dass H. (männlich) F. (weiblich) T- Shirts klaut und darin rumläuft.“

„Man munkelt, dass das Auftauchen von aggressiven Nervfliegen eng mit dem geöffneten Koffer von H. jun. korreliert. Alle Fliegen im Haus sind nur auf der Suche nach dem Koffer, der ähnlich attraktiv für Fliegen ist, wie ein vergammeltes Stück Fleisch.“

„Man munkelt, dass die Sommerfreizeit von der dunkelsten Seite der Macht beherrscht wird. – die Kinder leben auf Pump – der Imperator ist Kanzler Tschibo – Obiwan Schmäti wir den Kommerzstern erfolglos verlassen“

„Man munkelt, dass die alten Männer hier schöne Tage erlebt haben und der U. eigentlich gar nicht weg will, es sei denn der J. würde doch noch nach Kopenhagen fahren.“

„Man munkelt, dass der J. ungeduldig wird (trommelt mit den Fingern).

„Man munkelt, dass der Küchenchef früher mit dem Defender durch Simbadwe gefahren ist und dort eine geheime Diamantenmine aufgebaut hat.“

„Man munkelt, dass nur die aller coolsten Menschen und die G. jetzt zum Meer fahren und sich den Sonnenaufgang anschauen“.