Bei einer guten Tasse Kaffee läßt sich vortrefflich über die Ereignisse des gestrigen Tages sinnieren, herrlich diese Ruhe, ich spüre, wie meine Erinnerungen zu Prosa werden und… „Henki, wieviel Uhr haben wir“. Ich antworte freundlich: „Zehnuhrundfünfminuten“ und denke „verdammt, nie kann man mal alleine sein.“

Ok, dieser Platz hier ist nicht sicher und ziehe besser weiter an den Tisch des Kochteams, das die Einkäufe für den heutigen Tag bespricht. Mir ist aufgefallen, dass die Drei (Jörg, Britta und Alex) nie gestört werden, wenn sie was zu besprechen haben. An diesem Hort der Ruhe schreibe ich nun weiter und lausche mit einem Ohr, worum es geht … „füttern wir ‚das Monster‘ heute also mit vielen Kohlenhydr…“. „ Das Monster“, frage ich erstaunt, „wer oder was ist das Monster?“. „Nun ja“, Alex grinst über beide Ohren, „das Monster sind die Kinder. Wir schieben zum Erstaunen der Korsen täglich 3 Einkaufswagen aus dem Supermarkt. Ihr esst mehr als doppelt so viel, wie unser Gruppenkochbuch vorschlägt… ihr seid das Monster.“

Nachdem DAS also geklärt wäre und das Küchenteam zurück in den Supermarkt verbannt wurde, im Folgenden der Bericht vom Donnerstag.

Unser gestriger Donnerstag begann zunächst einmal mit einer Krankenfahrt zum korsischen Arzt im Nachbarort. Ein Mädchen unserer Ferienfreizeit war von Fieber und Bauchschmerzen sichtlich gezeichnet, so dass der Arztbesuch leider unumgänglich war. Nach einer Nacht Schlaf und der Einnahme einiger verschriebener Medikamente geht es ihr aber viel besser.

Von Vormittags bis Nachmittags konnten alle dann wieder zwischen verschiedenen Wahlangeboten (Mountainbiking, Wandertour, Ausflug zum Strand) wählen. Die Gruppe Sina/ Max (Felix, Lukas, Dennis, Daniel H., Alessandro, Leonard) fuhren mit ihren Mountainbikes wieder in die Berge. Nach sieben Stunden (davon 1,5h Pause), 3 Pannen, einmal Verfahren und insgesamt 40 km sind alle in Rekordzeit wieder im Camp angekommen. Respekt!

Die Wandergruppe Hans/Jonas (Daniel, Leander, Niklas, Tim, Sven, Veronika, Martha, Mira, Julia, Maximilian, Philipp, Kai, Arne, Melissa) machte sich wieder auf zum Berg mit dem unaussprechlichen korsischen Namen, der intern hier bei uns als „der Nippel“ firmiert. Diesmal sollte der Berg auch erklommen werden, schließlich war die Wandergruppe Hendrik vor einigen Tagen daran kläglich gescheitert. Die hämische SMS, die den Autor dieser Zeilen um 12:48 Uhr erreichte („Berg erklommen, war eigentlich ganz einfach zu finden“) hätte man sich dann trotzdem sparen können.
:-D

Alle anderen Freizeitler entschieden sich gegen sportliche Anstrengung und für einen weiteren Tag am Strand. Um aber mal was anderes zu sehen, fuhren wir mit unseren Bulli im Buspendel zwei Buchten weiter zum Liamonenstrand. Dort fließt der Fluß Liamone ins Meer, so dass man die freie Wahl hat, in Salz- oder Süßwasser baden zu gehen. Auf einer Landzunge schlugen wir unsere Badestelle auf, links das Meer, rechts der Fluß.

Was uns sehr freute: Einer unserer jüngsten Freizeitler, Teilnehmer S., der in diesem Jahr sein Seepferdchen gemacht hat und bisher etwas misstrauisch das Meer und seine Wellen beäugte, hat sich heute in die Wellen gestürzt. „Das hab ich nur Leander (Freizeit-Teilnehmer) zu verdanken, der hat mir dabei geholfen. Das war schön erfrischend“, schilderte S. voller Stolz SEIN Highlight des Urlaubs.

Abends lud dann Don Schmitzone zum Casinoabend. Einlass fanden nur Paare, da passte es gut, dass unsere Reisegruppe aus 24 Jungen und 24 Mädchen besteht.
Bei Poker, Roulette, Black Jack und Hütchenspiel gab es dann reichlich zu gewinnen und noch reichlicher zu verlieren. Diejenigen, die ihr Startkapital verzockten und versoffen (es gab alkoholfreie Cocktails), konnten durch kleinere Arbeiten wie Küche putzen, Müll wegbringen, sich neues Spielgeld verdienen.
Hinter allem steckt also ein geheimer pädagogischer Zweck, aber pssst, nicht verraten. :-D

Soviel vom Donnerstag – bis bald aus Korsika!

PS: Fotos folgen!